Dinterhaus
Dinterhaus
Im Vorgängerbau wurde der sächsische Pädagoge Gustav Friedrich Dinter geboren (geb. 29. 2. 1760 Borna, gest. 29. 5. 1831 in Königsberg). Nach Privatunterricht im Vaterhaus und Besuch der Fürstenschule Grimma studierte Dinter Theologie in Leipzig. Anschließend war er von 1782 an fünf Jahre als Hauslehrer auf dem Rittergut Benndorf tätig. In Kitzscher trat er 1787 seine erste Pfarrstelle an und begann, begabte Knaben besonders zu fördern und für den Schullehrerberuf vorzubereiten. 1797 wurde er zum Direktor des Königl. Friedrich-August-Seminars in Dresden-Friedrichstadt berufen, das er 1807 aus gesundheitlichen Gründen verließ, um in Görnitz bei Borna wieder als Pfarrer tätig zu sein und nebenher ein privates Lehrerseminar zu führen. Seine pädagogischen Erfolge und Schriften machten ihn über Sachsen hinaus bekannt, so dass er 1816 als Schulrat nach Königsberg berufen wurde. Dinters Denken war geprägt von der Aufklärung, sein Wesen war im tiefsten humanistisch, von praktischer Nächstenliebe, von Humor und Zuneigung zu den einfachen Menschen seiner Umgebung gekennzeichnet. Seine Werke sind im Verlag Joh. K. Gottfried Wagner in Neustadt a. d. Orla erschienen. Aus ihrer großen Zahl sollen hier genannt werden „Dinters Leben, von ihm selbst beschrieben" (1829) und eine zweibändige Ausgabe von „Predigten zum Vorlesen in Landkirchen von M. Dinter, Pfarrer in Görnitz" (1816), ferner eine mehrbändige Bibelausgabe mit Dinters Kommentar für die Hand des Lehrers. Dinters Geburtshaus in Borna stand an der Stelle der beiden um 1895 errichteten Gebäude Reichsstraße 20 und 22.